Werkerführung und BDE am Terminal
Der Laufzettel muss weg: Warum Werkerführung und BDE zusammengehören
Von Michael Nauditt · · 2 Min. Lesezeit
Der Laufzettel sagt, was zu tun ist, und nimmt auf, was getan wurde. Zwei Aufgaben, ein Blatt. Deshalb überlebt er viele Digitalisierungsprojekte.
Werkerführung und Betriebsdatenerfassung gehören zusammen
Werkerführung ersetzt die eine Hälfte des Laufzettels, Betriebsdatenerfassung (BDE) die andere. Einzeln eingeführt laufen beide Wege nebeneinander — und der Zettel bleibt „für alle Fälle“ liegen.
In einem Durchlauf verschwindet er: Der Schritt führt, die Rückmeldung entsteht dabei. Menge, Gutteil, Ausschuss, Zeit, Störung. Ohne zweite Eingabe, ohne Abtippen am Schichtende. Wie das am Terminal aussieht, zeigt die Produktseite Werkerführung.
Damit das trägt, müssen zwei Dinge geklärt sein, über die selten geredet wird.
Die Pflege
Jeder Anbieter zeigt den Bildschirm mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die eigentliche Frage ist, wer die 400 Anweisungen schreibt — und nach jeder Prozessänderung nachzieht. Genau dafür gibt es heute KI: Aus bestehenden Arbeitsanweisungen in Word, Excel oder PDF entsteht der Entwurf der Werkerführung, Ihr Meister prüft und gibt frei. Ohne diesen Schritt bleibt jede Werkerführung ein Projekt, das nach dem ersten Jahr veraltet.
Die Akzeptanz
31 Prozent der Unternehmen nennen sie als größte Hürde beim KI-Einsatz, noch vor fehlenden IT-Fachkräften. Erfassung trifft das besonders hart, weil sie die Person am Terminal zuerst Zeit kostet und zuerst jemand anderem nützt. Wer das nicht dreht, dessen Terminal wird umgangen. Warum diese Entscheidung nicht in der Geschäftsführung fällt, sondern bei Meistern und Schichtleitern, beschreibt Thimo Keller in Wer entscheidet, ob ein Terminal genutzt wird?. Und wie viel davon an der Oberfläche selbst hängt, steht in Operator Experience: Der unterschätzte Produktivitätsfaktor im MES.
Und dann die Größenordnung
Was da zusammenkommt, rechnet kaum jemand aus. Die Minuten fürs Suchen, Nachfragen und Abtippen fallen einzeln nicht auf. Mal Belegschaft, mal Arbeitstage wird daraus eine Zahl, die die meisten überrascht.
Die Rechnung ist einfach: verlorene Minuten pro Person und Tag, Zahl der Betroffenen, Stundensatz. Am Ende steht eine Zahl in Euro pro Jahr für den eigenen Betrieb, kein Branchenmittelwert. Wer vor dieser Rechnung noch prüfen will, ob sich ein Projekt überhaupt lohnt, findet in Vier Fragen, bevor ein KI-Projekt in der Fertigung startet den kürzesten Weg dahin.
Genau diese Rechnung gehen wir im Webinar am 23. September 2026 gemeinsam mit AssistIng durch — an einem exemplarischen Prozess, mit eigenen Werten. Davor drei Fälle aus echten Produktionsprojekten, auch das, was daran schiefgegangen ist. Und der Durchlauf live im MES.
Weiterlesen im Original
Über Michael Nauditt
Geschäftsführer · FLUX Systems GmbH
Profil auf LinkedIn