Wer entscheidet, ob ein Terminal genutzt wird? Nicht die Geschäftsführung.

Von Dr.-Ing. Thimo Keller · · 2 Min. Lesezeit

Wer entscheidet, welches digitale Tool eingeführt wird — und wer sollte die Entscheidung eigentlich treffen?

Kauf oben, Nutzung eine Ebene darunter

In der Praxis liegen Kauf und grundsätzliche Freigabe meist bei der Geschäftsführung. Ob ein System im Alltag aber tatsächlich genutzt wird, hängt fast immer von einer Ebene darunter ab: von Meistern und Schichtleitern.

Sie entscheiden, ob eine neue Erfassung bei jeder Schicht gepflegt wird oder ob am Ende doch wieder der Zettel neben der Maschine liegt — weil sich Mitarbeitende an dieser Ebene orientieren, nicht an einer Ankündigung aus der Chefetage. Warum genau dieser Zettel so hartnäckig ist, beschreibt Michael Nauditt in Der Laufzettel muss weg.

Zwei Kriterien für Akzeptanz

Akzeptanz bei den Nutzern entsteht aus zwei wissenschaftlich belegten Kriterien: dass eine Lösung den Arbeitsalltag tatsächlich vereinfacht, und dass man als Nutzer vorab gefragt wird und mitgestalten kann.

Das erste Kriterium ist eine Frage der Oberfläche — wie sehr ein Terminal den Alltag vereinfacht, lässt sich sogar messen, siehe Operator Experience: Der unterschätzte Produktivitätsfaktor im MES. Das zweite ist eine Frage der Methode.

Wohin die fachliche Ebene gehört

Aus unserer Erfahrung lässt sich das methodisch adressieren. Die fachliche Ebene gehört bereits in die Prozessanalyse und die Ableitung des Zielbilds, nicht erst in die Schulung kurz vor dem Rollout. Wer die Abläufe am besten kennt, sollte auch mitreden, was ein System später leisten muss.

Für die Entscheidung selbst heißt das: Sie sollte nicht allein bei der Geschäftsführung liegen, sondern in einem Gremium getroffen werden, dem die Geschäftsführung selbstverständlich gemeinsam mit der fachlichen Ebene angehört. Dass Führung darüber hinaus aktiv befähigen muss statt nur zu erlauben, zeigen die Zahlen in Erlauben ist nicht Befähigen.

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Über Dr.-Ing. Thimo Keller

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Gastbeitrag. Dr.-Ing. Thimo Keller berät produzierende Unternehmen unabhängig bei Digitalisierung und KI und ist Partner von FLUX in der Webinar-Reihe.

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